M-V-Geher mit Knieproblemen (Arthrose) gesucht

Jörg, Montag, 14. November 2016, 00:32 (vor 283 Tagen)

Hallo,

nachdem ich meine München-Venedig-Wanderung vor 3 Jahren nach 300 km wegen Knieproblemen abbrechen musste und Sport seitdem nur noch eine Qual war, gab es eine kurze und knackige OP ("ist nur der Meniskus - kein Problem") bei der eine Arthrose 3. Grades rauskam, Oberschenkelhalsknochen liegt größtenteils frei. Nachdem der Orthopäde schon bei der Diagnose leicht daneben lag gebe ich auf sein "Wandern können Sie vergessen und München-Venedig wird absolut nichts mehr" nicht sonderlich viel.

Daher suche ich Leidensgenossen, die ähnliche Probleme haben und trotzdem München-Venedig geschafft haben. Mir geht es insbesondere um den Austausch
- Wie kann man das Knie stärken, optimal trainieren?
- Werden/wurden Hilfsmittel wie Kniestrumpf oder ähnliches verwendet, welche, was bringt's?
- Würdet Ihr M-V nochmal gehen?

usw.

Wäre toll, wenn ich hier ein paar (motivierende) Erfahrungen hören könnte...

Zum Alter: Bin gerade mal 43 Jahre jung, d.h. mit dem Wandern will ich noch lange nicht aufhören (auch wenn Treppen und bergab 1/2 Jahr nach der OP immer noch höllisch schmerzen).

Bitte keine Tips wie "Mit kaputten Knochen geht man nicht in die Berge", "Denk an die Bergwacht" und ähnlichem. Ich bin vernünftig genug um zu merken, falls es nicht mehr geht. Und weiss, dass ich alpines und hochalpines Gelände dann tunlichst zu meiden habe. Aber noch will ich nicht aufgeben!

Finde deinen Weg

Der olle Hansen ⌂ @, Lübeck, Dienstag, 15. November 2016, 03:30 (vor 282 Tagen) @ Jörg

Hallo Jörg!
mit dem Knie habe ich eigentlich selten Probleme, daher kann ich dir da keinen speziellen Rat geben, aber ... ;-)
Bei mir ist es ein Sprunggelenk, das mich manchmal ärgert. Nach den ersten massiven Schmerzen habe ich den Fuß ruhig gestellt - gaaanz falsch ... wurde schlimmer. Eine mäßige aber regelmäßige Belastung ist am Besten für mich. Dabei habe ich gelernt, den Fuß "anders" aufzusetzen; schwer zu beschreiben ... im Gelände lasse ich den Fuß festen Halt suchen und belaste dann das Bein mit meinem Gewicht. Klingt jetzt vielleicht umständlich, aber jemand anders merkt es nicht. Nur ich merke, dass ich das Gelenk schonend belaste, weil ich seither "anders" gehe.
Mein Orthopäde sähe mich gern umterm Messer ... aber ich komme mit der neuen "Gangart" bestens klar.

Vielleicht findest du für dich einen angepassten Bewegungsabauf, der dein Knie weniger belastet.
Wenn du soweit genesen bist, dass du tatsächlich wieder wandern kannst, hast du einen "Plan B" für den Notfall, wenn das Knie "streikt"?
Meine Notfallplan: Feste Bandage und Schmerztablette, damit komme ich zur nächsten Hütte. Die erreiche ich dann zwar mit dickem Fuß, aber nach 1-2 Ruhetagen ist alles wieder gut.
Ich hätte sogar einen "Plan C", wenn es gar nicht geht: Sofort oder nach sehr kurzem Abstieg in angenehme Höhe Biwak und Erholungstag.
Ein eigenes Notfallmanagement ist wichtig, dann prallen die Vorwürde mit der Bergrettung an dir ab. ;-)

Und je schlimmer die "Zipperlein", desto mehr muss man sich nach der Decke strecken ...
Wer sagt denn, dass man München-Venedig nicht auch in 100 Tagen schaffen kann? ;-)
Muss man dann wohl auf mehrere Urlaube strecken. Aber das machen sowieso recht Viele allein aus Zeitgründen. Und von denen scheint mir keiner weniger begeistert als die Non-Stop-Wanderer.

Also: Wo ein Wille ist ... findet sich ein Weg.

Weiterhin gute Genesung!

M-V-Geher mit Knieproblemen (Arthrose) gesucht

jojo, Samstag, 19. November 2016, 00:26 (vor 278 Tagen) @ Jörg

Hallo Jörg,

ich hab zwar bei weitem nicht so große Probleme mit den Knien wie Du, aber vielleicht kann Dir der ein oder andere Tip dennoch helfen.

Ich hatte bisher spätestens nach 2 - 3 Tagen Wandern ganz ordentliche Knie-Schmerzen und bin immer mit einer Bandage aus der Apotheke gelaufen. Dieses Jahr hab ich aber die komplette Strecke ohne Schmerzen hinter mich gebracht und auch die Bandagen habe ich nicht gebraucht.
Klar ist: Ohne vernünftige Stöcke wird das schwer. Gerade bergab sind sie zur Entlastung der Knie fast schon essentiell. Und ich würde Dir empfehlen, orthopädische Bandagen zu kaufen. Die kosten zwar um die 100 EUR das Stück, aber die taugen wirklich was. Ich kenne einige, die tragen die zum Beispiel auch nur beim bergab gehen. Ich hatte welche dabei und war happy sie als einziges Ausrüstungsstück auf der ganzen Tour nicht gebraucht zu haben: aber es war gut zu wissen, sie zur Not dabei zu haben.
Vom Rat, Schmerzmittel mitzunehmen und mit denen zu laufen halte ich persönlich gar nix. Dabei haben sollte man was, aber die wirklich nur nehmen um zur Not wieder runter zu kommen ins Tal. Dafür aber Schmwerzsalbe mitnehmen (Voltaren oder ähnliches). Das hab ich auch genommen und das hat ganz gut funktioniert.

Zum Training für die Knie: Ich bin viel Treppen gestiegen (nach oben, nicht nach unten (!)). Und ich hab möglichst viel Nordic Walking gemacht um insgesamt Kondition und Geschmeidigkeit aufzubauen. Im Winter oder bei richtig schlechtem Wetter hab ich Aqua-Jogging gemacht. Das sieht zwar saudoof aus aber bringt viel bei gleichzeitig maximaler Gelenkschonung.

Wenn das bei Dir so richtig schlimm ist wäre vielleicht ein "Kieser"- Training hilfreich. Das macht meine Frau seit einiger Zeit, die zu kleine Kniescheiben hat und deswegen besonderes Muskeltraining braucht. Der Vorteil ist, dass Du da ein betreutes Training hast und nicht durch falsches Training mehr Schaden anrichtest.

Ansonsten würde ich einfach versuchen, einige Wanderungen (gerne auch mal 2 - 3 Tages Wanderungen) machgen. Erst "klein" anfangen und nicht gleich 1000m Abstiege an einem Tag einzubauen. Dann merkst Du denke ich ganz schnell, was für Dich geht und was nicht und kannst Dir die Tour individuell für Dich zusammenstellen.

Hoffe ein bisschen geholfen zu haben.

M-V-Geher mit Knieproblemen (Arthrose) gesucht

Günter, Montag, 21. November 2016, 08:46 (vor 276 Tagen) @ Jörg

Hallo Jörg,

mir ging es ähnlich wie Dir ich hatte Zweifel den Traumpfad damit zu schaffen.
2007 hab ich es dann gemacht und es hat ohne Probleme geklappt.:-)
Meine Knie waren damals mit 44 Jahren (wär im gleichen Jahr wie bei Dir)schon mehrmals operiert und Arthroskopien hatte ich schon gefühlte 6-10 mal. Es ist ähnlich wie bei Dir einiges kaputt. Klar für mich war, ich musste mich sehr gut vorbereiten sonst wird das nichts werden. Ich hab mich dann 3 Monate vorher voll auf diese Tour konzentriert und alle 2 Tage trainiert. Das Training bestand aus joggen, Trainingseinheiten mit Heimtrainer und Wandertest mit Gepäck und maximaler Geschwindigkeit. Probleme hat ich da nur bei einer 75 km Wanderung, an einem Tag,da war sogar die Hüfte etwas überreizt.
Am 8.8.2007 war ich dann um 8 Uhr am Marienplatz und das Abenteuer nahm seinen Lauf.
Halt, so ganz ohne Probleme ging es dann doch nicht, 2 Tage vor diesem Start ging ich dummerweise mit Freunden nochmal kurz zum Tennisspielen und hab mir dabei schnell nochmal das Knie verdreht:-( Einen Tag vor dem Start hatte ich Wasser im Knie und ich wollte die Tour schon abschreiben. Bin dann, trotz Bedenken, nach München gefahren um wenigsten beim Start dabeizusein. Dort angekommen wurde ich von den M/V-Freundkreis mit Ludwig G. so herzlich empfangen und motiviert dass ich es zu mindest versuchen wollte. Beim Kloster Schäftlarn angekommen war mein Knie zumindest noch nicht dicker geworden. Die Anteilnahme des Freundeskreises ging dann sogar soweit das mir eine Kerze im Kloster angezündet wurde und dafür gebetet wurde -das mein Knie die gesamte Tour durchhält-.
Wahnsinn oder ? Und ich kann jetzt sagen, es hatt geholfen ich hab das Wasser aus dem Knie rausgeschwitzt und es gab auf der gesamten Tour keine Knieprobleme mehr.
2011 bin ich dann auch den Oberstdorf -Meran gegangen und wollte 2014 M/V nochmal gehen hatte dann aber andere Probleme und musste im Inntal die Tour abbrechen. Werd sie aber zu g.g. Zeit mind. bis Belluno weiterführen.
Ich kann Dir auch wie hier schon erwähnt die Stöcke nur wärmstens empfehlen - für Kniegeschädigte ein muss.
Also bei Knieproblemen helfen Training und Stöcke, hilft aber alles nichts wenn der absolute Wille nicht vorhanden ist - man muss es wirklich durchstehen wollen.

Bei weiteren Fragen steh ich hier auch gerne zur Verfügung.

Übrigens O/M ist max. halb so gut wie M/V weil stark überlaufen.

Ich wünsch Dir viel Spaß bei der Tour, viele schöne Erlebnisse, schönes Wetter und so nette Wanderkollegen auf dem Traumpfad wie ich sie hatte.
Grüße
Günter

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