Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

Bilbo-Alpin55, Freitag, 20. Juli 2018, 16:34 (vor 91 Tagen)

Hallo erst mal in dieses tolle Forum. Ich habe hier nun schon einige Informationen sammeln dürfen. Trotzdem bleiben bei mir ein paar Unsicherheiten und ich würde hier gern Eure Meinung dazu erfahren.
Wir beabsichtigen mitte August die Etappen von Hall bis zum Grödner-Joch zu laufen. Hierbei wüden wir die Friesenbergscharte und die Nives Scharte queren.
Wir sind mit 4 Personen unterwegs von denen 3 Schwindelfrei sind. Ich selbst bin nur bedingt Schwindelfrei. Ich habe schon ein paar kleinere Klettersteige im Flachland (Rhein, Mosel) bewältigt. Teilweise hatte ich dabei allerdings trotz Trittsicherheit weiche Knie und ein gehörigen Adrinalin-Spiegel.
Ich merke je häufiger ich in höheren Regionen wandere, um so besser wird es. Ich kann auch in 300m höhe einen schmalen Pfad oder einen Klettersteig gehen solange ich noch irgendwie ein paar Pflänzchen an der Seite habe. Bei freier Sicht ist es dann nicht mehr so einfach. Vor 5 Jahren hatte ich einmal die Situation das ich auf einem Sehr tiefen Abschnitt fast "eingfroren bin" konnte dann aber zurück gehen. Nach 2 Wochen auf anderen Steigen, konnte ich dann auch den ursprünglich schwierigen gehen, den ich anfangs nicht geschafft habe. Es scheint also so zu sein dass man Schwindelfreiheit in gewissem Maße trainieren kann.

Meine 3 Freunde sind, wie ich schon sagte absolut Schwindelfrei. 2 haben sogar Klettererfahrung. Trotzdem habe ich das Gefühl dass sie die Bedenken meinerseits nicht nachvollziehen können. Es kommt dann der Kommentar... "wir machen eine Wanderung, mach dir keine Gedanken. Ausserdem haben wir eine Seilsicherung dabei"

Konditionell und was Trittsicherheit angeht habe ich kein Problem. Da ich im Winter in den Dolomiten Ski fahre ist mir auch das Gebirge nicht fremd.

Trotzdem frage ich mich ob der Freund der die Tour ausgewählt hat, nicht eher die Landschaftlichen Höhepunkte in seinem Fokus hatte als die Risikoeinschätzung für einen noch unerfahrenen Alpinwanderer.

Ich weiß das ich mir meine Frage selbst beantworten muss, trotzdem fällt es schwer, wenn man bisher in den Alpen noch nicht wandern war.
Würdet Ihr in meiner Situation die Tour machen oder eher davon abraten?

Es gibt ja Umgehungen für die Nives Scharte. Wie ist die einzuschätzen?

Ich wäre Euch für Eure Meinung sehr dankbar.

liebe Grüße in die Runde

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

dub_trip, Freitag, 20. Juli 2018, 22:08 (vor 91 Tagen) @ Bilbo-Alpin55

Tja, darüber einen Tipp zu geben, ist alles ander als easy.

Ganz Grundsätzlich sollte man da sicherlich Konservativ ran gehen. Angst im Klettersteig ist sicher nicht das gewünschte Ziel. ;-)


Mein Tipp, da du ja nicht ganz unerfahren bist im Thema, schau dir auf Youtube Material zur Friesenbergscharte an, um dir selbst einen Eindruck zu holen. Was ich dir auch noch raten würde, die Bergschulen ( zb. in Oberstdorf oder Mittenwald) geben wirklich günstige Kurse diesbezüglich. Da kannst du dir noch mal eine professionelle Meinung / Input holen.


Ganz grundsätzlich würde ich in den beiden fällen sagen, ist es machbar. Du überquerst keinen Berggrat, wir zb. beim Hindelanger Klettersteig in Oberstdorf. ABER...hole dir noch mal Input, man kann teilweise wirklich nicht hin sehen, wenn man manche in den Stahlseilen flanieren sieht. ;-)


Beste Grüße
Daniel


ps.: Ich starte nächste Woche Freitag in München, vlt. sieht man sich also. ;-)

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

Bilbo-Alpin55, Sonntag, 22. Juli 2018, 23:38 (vor 89 Tagen) @ dub_trip

Hallo Daniel,

danke erst einmal für die schnelle Antwort. Ich denke auch ich mache mir zur Zeit ein wenig zu viele Gedanken. Bin schließlich geklettert, ob es nun 200 oder 500m sind..... eigentlich doch nur eine Kopfsache.

Ich werde es einfach mal probieren. Vielleicht sieht man sich ja wirklich auf der Strecke. Danke für deine Unterstützung.

Das mit dem Berführer halte ich für eine gute Idee. Da wir aber schon mitte August starten fehlt mir hierfür leider die Zeit

Gruß
Friedhelm

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

K2 @, Sonntag, 22. Juli 2018, 17:29 (vor 89 Tagen) @ Bilbo-Alpin55

Hallo Bilbo-Alpin55.

Wir beabsichtigen Mitte August die Etappen von Hall bis zum Grödner-Joch zu laufen. Hierbei würden wir die Friesenbergscharte und die Nives Scharte queren.

Nun, man MUSS ja nicht diese beiden Scharten nehmen.
Statt der Friesenbergscharte, könnte man auf die Alpeiner Scharte (über die Geraer Hütte) ausweichen, nach der Roa-Scharte kann man auch noch ein Stück geradeaus und dann über den Dolomitenhöhenweg 2 weiter zur Puez-Hütte gehen.

Es kommt dann der Kommentar... "wir machen eine Wanderung, mach dir keine Gedanken.

Verniedlichen sollte man das nicht.
Passagen einer (hoch-)alpinen Wanderung können durchaus anspruchsvolle Stellen und leichte Kletterei erfordern.

[..] Außerdem haben wir eine Seilsicherung dabei"

Mmmh, DAS läßt mich jetzt ehrlich zweifeln: Welche Art von "Seil-Sicherung" ist hier denn gemeint ? - Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, daß jemand mit mehreren Klettergurten und Sicherungsseil auf die München-Venedig-Wanderung startet (derartige Ausrüstung hat man ja nichtmal für den Schiara-Klettersteig dabei - solange nicht von Kindern die Rede ist).

Trotzdem frage ich mich ob der Freund der die Tour ausgewählt hat, nicht eher die Landschaftlichen Höhepunkte in seinem Fokus hatte als die Risikoeinschätzung für einen noch unerfahrenen Alpinwanderer.

Das eine schließt das andere nicht zwingend aus, allerdings mußt Du Dich schon selbst bewerten.
Evtl. mal vorher einen Eindruck verschaffen ? - Bis Mitte August war und ist ja noch einiges an Zeit.

Daneben gibt es ja auch für Dich kurzfristig noch die "Schlechtwetter-Variante": Nach Hintertux absteigen, mit dem Bus zum Schlegeisspeicher fahren und zur Olperer Hütte (oder Friesenberghaus) wieder aufsteigen.

Schöne Grüße
K2.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

Bilbo-Alpin55, Sonntag, 22. Juli 2018, 23:46 (vor 89 Tagen) @ K2

Hallo K2,

erst eimmal Danke für die Interessanten Antworten.

"Statt der Friesenbergscharte, könnte man auf die Alpeiner Scharte (über die Geraer Hütte) ausweichen, nach der Roa-Scharte kann man auch noch ein Stück geradeaus und dann über den Dolomitenhöhenweg 2 weiter zur Puez-Hütte gehen."

Werde mir das mal anschauen... Habe diese Alternativen allerdings nicht im Rother Wanderführer gefunden. Hast du einen Tip wo ich hier mehr Details anddlesen kann?


"Daneben gibt es ja auch für Dich kurzfristig noch die "Schlechtwetter-Variante": Nach Hintertux absteigen, mit dem Bus zum Schlegeisspeicher fahren und zur Olperer Hütte (oder Friesenberghaus) wieder aufsteigen."

Das ist die Variante die ich im Rother Führer auch gefunden habe. Danke Dir

Schöne Grüße
Bilbo-Alpin

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

DieHelmis, Montag, 23. Juli 2018, 16:29 (vor 88 Tagen) @ Bilbo-Alpin55

Hallo,
wir haben auch die Umgehung über die Geraer Hütte gemacht (Tip aus diesem Forum von K2

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