Tipps zu Schnee / Start am 01.09.

ChristopherMcCandless ⌂ @, Montag, 27. August 2018, 08:38 (vor 82 Tagen)

Hallo zusammen,

wir starten am Samstag unseren Traumpfad von Bad Tölz nach Belluno.
Jetzt haben wir zwar schon mit nicht mehr ganz so tollem Wetter gerechnet, aber der Wintereinbruch in den Alpen letztes Wochenende macht uns jetzt etwas Sorgen. Auf der Strecke liegen ja derzeit bis zu über 40 cm Neuschnee.

Kann uns jemand Tipps geben, woran man bei Schnee und Eis denken sollte? Was das Verhalten angeht, besondere Vorsichtsmaßnahmen und Ausrüstung.
Teleskopstöcke haben wir dabei. Machen Grödel/Eiskrallen/Spikes Sinn?
Ausser genügend Kartenmaterial, ggf. mehr Zeit für den Weg oder für Umgehungen und die Hüttenwirte nach deren Einschätzung fragen fällt uns spontan nichts ein.

Wie kalt werden die Schlafräume auf der Hütte sein? 2016 war es schon auch ab und zu kalt mit Schnee und Eis am nächsten morgen (da war ich allein unterwegs), aber meine Freundin ist auch etwas empfindlicher bei Kälte. Macht es Sinn, statt dem Hüttenschlafsack einen "richtigen" Schlafsack mitzunehmen?

Manche Hütten machen offiziell am Ende der Woche zu, in der wir da sein werden. Kann es sein, dass Hütten aufgrund des Wetters früher schließen? Ich denke, ich werde sie zur Sicherheit alle noch abtelefonieren/anschreiben.

Schöne Grüße
Viktoria und Daniel

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Traumpfad 2016 +++ Camino del norte 2017 +++ Traumpfad 2018 +++ Weltreise mit dem Bulli (VW T3) 2019
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Hans, Montag, 27. August 2018, 17:28 (vor 81 Tagen) @ ChristopherMcCandless

Tja, was kann man guten Gewissens jemandem antworten, der in die Berge will und ganz allgemein fragt, wie man sich bei Schnee und Eis verhalten soll? Eigentlich nur: Finger weg!

Wegen den Temperaturverhältnissen in den einzelnen Unterkünften für die kommenden 4 Wochen fragst du am besten direkt bei den Hütten nach, wenn du sie jetzt ohnehin schon alle abtelefonierst.

Tipps zu Schnee / Start am 01.09.

BitPoet, Montag, 27. August 2018, 19:59 (vor 81 Tagen) @ ChristopherMcCandless

Hallo ihr Zwei,

die Schneelage ist meiner Meinung nach aktuell nicht so dramatisch wie sie in den Medien dargestellt wird. Die Webcams entlang der Route zeigen überwiegend schneefreie Wege, auch in höheren Lagen.

Grödel einzupacken ist aber mit Sicherheit keine schlechte Idee. Auch wenn nur ein "Hauch" Schnee fällt, ein kleiner Flecken an einem Nordhang festgetrampelt ist oder der Nebel gefriert kann es manchmal ziemlich rutschig werden. Grödel können solche Stücke deutlich entspannter machen, während Stöcke oft nur ein trügerisches Gefühl von Halt geben.

Auf der Hütte gibt es eine einfache Regel, was die Kälte betrifft, denn es trifft eigentlich immer einer von zwei Fällen ein:
1. Die Hütte ist nicht voll und es ist kein Problem eine zweite (oder dritte) Decke zu bekommen.
2. Die Hütte ist voll und es wird spätestens nach einer Stunde kochend heiß sein im Lager.
Das Extra-Pfund an Schlafsack würde ich also nicht mitschleppen. Dann lieber 100g mehr in die Jacke investieren, so dass man nicht schon ausgekühlt ins Lager geht.

Bei den Hütten würde ich jetzt noch keine Panik schieben, so ein kleiner Wintereinbruch kommt gerne mal, aber zwei Tage Föhnwind blasen den Schnee auch genauso schnell wieder weg wie er gekommen ist. Die Wettermodelle sagen alle einen relativ warmen September voraus, und es ist nach der jahreszeitlich normalen Abkühlung kein Temperatursturz in Sicht.

Ich wünsch euch auf alle Fälle ganz viel Spaß.
Christian

Tipps zu Schnee / Start am 01.09.

ChristopherMcCandless ⌂ @, Dienstag, 28. August 2018, 10:06 (vor 81 Tagen) @ ChristopherMcCandless

Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.

@Hans: vielleicht versteht man meinen Post leicht falsch, es ist nicht so, dass ich noch nie auf Schnee oder Gletschern unterwegs war. Aber auch nach hunderten Wanderungen in den Alpen lernt man nie aus und lernt immer wieder etwas Neues. Und warum nicht noch nach Tipps von anderen erfahrenen Wanderern lernen? Vor allem, weil es bei mir außer dem Traumpfad 2016 fast ausschließlich Tageswanderungen waren.

Wir freuen uns jedenfalls schon drauf und grüßen Euch Alle!

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Markus, Mittwoch, 29. August 2018, 12:44 (vor 80 Tagen) @ ChristopherMcCandless

Mit dem Schnee ist das so eine Sache. Grundsätzlich kann man nicht vorsichtig genug sein. Wir sind am 30.08.2014 vom Grödner Joch auf den Piz Boé aufgestiegen. Zuvor hatte es geschneit. Der Aufstieg war weitestgehend unproblematisch, allerdings hatte es das kurze seilversicherte Stück in sich. Das ausgesetzte Stück war spiegelglatt und das Drahtseil mit Eis umzogen. Am nächsten Morgen war der gesamte Abstieg glatt und gefroren, so dass wir gewartet haben bis das Eis angetaut war (ca. 11 Uhr).
Stöcke würde ich auf jeden Fall empfehlen; Grödel sind sicher nicht schlecht. Am Besten ist aber immer noch das Wetter im Auge zu behalten und ggf. umzuplanen.

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