Reisebericht/Erfahrungen 2017

nahundfern, Sonntag, 31. Dezember 2017, 11:56 (vor 175 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe einen Bericht über meinen Traumpfad 2017 geschrieben. Ihr findet ihn u.a. auf den Outdoorseiten.net.

Dort habe ich auch ein ausführliches Fazit geschrieben der auch ganz gut direkt hier ins Forum passt. Aufgrund der Längenbegrenzung teil ich das mal in drei Kommentare auf.

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Ausrüstung/Gear/Material

nahundfern, Sonntag, 31. Dezember 2017, 11:56 (vor 175 Tagen) @ nahundfern

Ausrüstung/Gear/Material:

Man braucht ja (wie man immer wieder lesen kann und es auch auch bei mir so gewesen ist) nur wenig Kleidung wenn man konseqent das Zwiebelprinzip (https://de.wikipedia.org/wiki/Zwiebelschalenprinzip_%28Kleidung%29) anwendet, und bei Unterwäsche eine Garnitur anhat und die andere zum trocknen am Rucksack hängt. Da muss man also selbst gucken was man so hat und womit man wandern mag.

Ein paar Ausrüstungsgegenstände hatte ich neu:

Da mein bisheriger Rucksack zu groß ist, hatte ich mir extra für M-V im Fachgeschäft (nach Beratung und Anproben) einen Osprey Kestrel 38 gekauft, der hat hat 36l in meiner Größe S/M. Damit dem bin ich sehr gut zurechtgekommen, und die Größe war genau richtig für mich bzw. meine Packmenge. Er hat auch viele praktische Details - für Puristen evtl. noch etwas zu viel obwohl er recht schlank geschnitten daher kommt. Ich finde aber beispielsweise sowas wie ein von aussen zugängliches Schlafsackfach schon recht praktisch (auch wenn auf M-V stattdessen die Regensachen da hinein sind), genauso wie die z.B. die Taschen am Hüftgurt (Kamera, GPS). Ich habe ein Trinksystem mit PET-Flaschen im Rucksack gehabt, eigentlich hat er da ein von aussen zugängliches Extrafach für Trinkbeutel welches ich aber nicht verwendet habe. Die Netzseitentaschen aussen wären für Flaschen wohl etwas knapp.

Zum Thema Regensachen: ich hatte in der ersten Woche eine einfache Decathlon-Regenjacke und Hose dabei, ab Innsbruck auch noch einen Leichtschirm (euroschirm swing liteflex). Regen hatte ich an insgesamt drei Wandertagen sowie zwei Abwettertagen. Die Jacke und Hose habe ich kein einziges Mal angezogen. Beim ersten mal Regen war ich wegen bergauf eh am schwitzen, beim zweiten Regen ging es zu schnell bzw. ich habe zu lange gewartet und war dann schon komplett nass, und ab Innsbruck hatte ich ja den Schirm. Ich würde Jacke/Hose vermutlich dennoch noch mal mitnehmen, als Sicherheitsreserve wenn es noch kalt und windig dazu ist, sie sind sozusagen die Zwiebelschicht über meiner Softshell die nicht wasserdicht ist. Den Schirm hatte ich mir auch wegen Schatten in der Ebene mitgenommen, es wurde allerdings zum Glück nicht so unerträglich heiß wie es anderen passiert ist. Der Hit war der Schirm dann aber beim Abwettertag in Belluno, super praktisch - und alle Belluneser sind da auch mit Schirm unterwegs, keiner mit Regenjacke.

Ich hatte noch leichte Grödel mitgenommen für den Fall das ich mich entschieden hätte den Abstecher zum Hochfeiler zu machen. Da war ich aber nicht, und so habe ich sie nicht gebraucht.

Na, und dann gibt es ja noch ein kontroversen Ausrüstungsgegenstand - bzw. zwei davon: Stöcke. Hatte ich mit, bei einem davon ist mir aber zwischen Glungezer und Lizum das wohl nicht so gut zugeschraubte Unterteil unbemerkt entschwunden während sie hinten am Rucksack waren. Habe ich letztendlich nicht vermisst, denn ich habe gerne die Hände frei und laufe auch sonst immer ohne Stöcke - und so habe ich auch den verbliebenen Stock kein einziges Mal genutzt. Wären aber wohl (mit Schneetellern) bei Alt/Neuschnee ganz praktisch. Weiss ich noch nicht ob ich nochmal welche mitnehmen würde.

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Ausrüstung/Gear/Material

OliverG @, München, Dienstag, 02. Januar 2018, 17:32 (vor 173 Tagen) @ nahundfern

Zum Thema Stöcke meine ich: wer nicht weiss ob er welche braucht, der braucht sie wahrscheinlich. Stöcke entlasten Beine und Knie enorm und geben Halt. Nur Anfänger und totale cracks laufen ohne...

Und bei Regenjacke und Hose hattest Du Glück - wir hatten in den Zentralalpen Regen und Wind (auch Friesberg Scharte) und bei der Gliederscharte sogar Schneeregen und Sturm - das war mit einer Goretex Hose & Jacke trotzdem ein großer Spaß, ohne atmungsaktiven Regenschutz doch sehr unanagehm (mit Gefahr zur Unterkühlung) gewesen...

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Ausrüstung/Gear/Material

MicoRS ⌂ @, München, Mittwoch, 03. Januar 2018, 07:36 (vor 173 Tagen) @ OliverG

Oliver,

du hast vollkommen recht auf Regenschutz und Wanderstöcke sollten nie verzichten. Eigentlich wir haben ganze Tour in Etappen gemacht aber nur ein Tag war`s richtige Regen, Belluno- Col Visentin, und dann haben wir Regenhose und Regenjacke gebraucht aber wie!!! Richtige Regenschutz ist immer bei mir dabei im Rucksack und Wanderstöcke auch, egal ob das Mehrtages-Touren oder Tagesausflüge sind, man weiß nie, im Gebirge wechselt das Wetter so oft und unberechnet... sogar im Flachland wie bei Jesolo Juli und August 2017!!!

Gruß, Micha

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Ausrüstung/Gear/Material

OliverG @, München, Mittwoch, 03. Januar 2018, 21:11 (vor 172 Tagen) @ nahundfern

Ich habe mal meine Packliste nach der Reise aktualisiert und mit Komentaren versehen.

Interessant ist wahrscheinlich, was in nicht mehr mitnehmen würde:

  • Dicke Socken und GoreTex Schuhe machen keinem Sinn, da sich auch in Funktionsocken Feuchtigkeit sammelt. Feuchte Füße = Blasen.
  • Flasche PET:Trinkblase ist besser, man trinkt heufiger und muss nicht den Rucksack abnehmen.
  • Badehose: In Unterhose schwimmen geht auch
  • Kopfhörer und Kindle: Wir sind morgens früh los und waren oft schon um 2 oder 3 auf der Hütte, da wäre Zeit zum Lesen, Musik oder Hörbucher. Doch ich habe es nicht getan, da man so voller Eindrücke ist, dass man nicht noch zusätzliche Unterhaltung braucht. Und die Leute auf den Hütten sind ja auch nett.

Die komplette Liste findet ihr hier

beste Grüße, Oliver

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Planung und Etappen

nahundfern, Sonntag, 31. Dezember 2017, 11:59 (vor 175 Tagen) @ nahundfern

Planung und Etappen

Die theoretische Vorbereitung habe ich durch Lesen vom grünen Bruckmann "Traumpfad München-Venedig", vom Traumpfad-Forum (also hier ;-)), und schliesslich zweier Reiseberichte gemacht. Zum einen der sehr ausführliche von Oliver Kniest, und der von Christof Hermann, der ein paar interessante Alternativstrecken wie die Schiara-Ostumgehung gewählt hat. Und das Listing/die Logs zum M-V-Geocache hab ich natürlich auch noch gründlich studiert...

An Büchern hatte die Mehrheit der getroffenen Mitwanderer den roten Rother Wanderführer dabei. Dieser beschreibt die Wegführung der Etappen viel genauer als der Bruckmann; ich habe mir allerdings vorher einen persönlichen Track fürs GPS gebastelt was dann noch viel praktischer war da ich an Kreuzungen überhaupt nicht nachlesen musste wo es langgeht. Auch interessant war der englische Cicerone "Trekking Munich to Venice" den die Australier hatten; da war z.B. die Schiara-Ostumgehung sowie die Alternative über die Geraer Scharte vollständig beschrieben drin was ich bei meinem Bruckmann (jedenfalls von 2011) vermisst habe.

Die Gehzeiten im Bruckmann waren für mich immer mehr als ausreichend, ich bin aber auch ein schneller Geher und so habe ich die Zeiten selbst mit Mittags-/Kuchen-Einkehr oft noch unterboten. Die Gehzeiten auf den Wegweisern sind (von einigen Fehlern abgesehen) ebenso großzügig gewesen, ich meine mich zu erinnern das sie in Italien dann etwas realistischer wurden.

Ich habe durch zusammenlegen ja einige Etappen gespart. Wenn man es drauf anlegt geht da auch noch weniger, wie ja einige Berichte beschrieben haben. Man muss sich dann etwas schlauer über Übernachtungsalternativen machen um die Tage gut auszunutzen.

Wenn man das durch Auslassen von Etappen machen will oder muss - damit es z.B. in drei Wochen Urlaub passt - würde ich versuchen fünf Etappen wie folgt einzusparen (womit das allerdings nicht mehr "München-Venedig" ist). Ich würde da in Bad Tölz einsteigen - da startet man dann noch an der Isar und läuft ein paar Meter am Fluss auf die Alpen zu bevor es dann erstmals bergauf geht. Und ich würde in jedem Fall nach Belluno noch über den Col Visentin bis Revine laufen. Der Blick über die Ebene bis zum Meer gehört einfach dazu, erst dann ist man wirklich "über die Berge drüber". Dann könnte man über Vittorio Venetto nach San S. Dona' Di Piave-Jesolo mit der Bahn. Dadurch in Musile die Piave wieder einsteigen, ab da wird es wieder angenehm zu laufen und man kann in einem Tag bis ans Meer bei Jesolo... Ab Jesolo dann per ÖPNV nach Venedig. Venedig fand ich ja wie beschrieben einfach so für sich toll; der Höhepunkt der Wanderung war - wie im Reisebericht geschrieben - aber das Meer zu erreichen.


Praktische Vorbereitung

Viel Wandern gehen, dabei keine Höhenmeter auslassen, möglichst rauhes Terrain wie z.B. Wurzelwege um die Füße und die Reflexe zu trainieren. Für die Waden geht im Fitnessstudio auch Laufband mit maximaler Steigung und dafür nur 6km/h oder so ;-)

Reisebericht/Erfahrungen 2017: Allein oder Mitwanderer?

nahundfern, Sonntag, 31. Dezember 2017, 12:02 (vor 175 Tagen) @ nahundfern

Allein oder Mitwanderer suchen

In den Foren werden oft Mitwanderer/innen für M-V gesucht, ja sogar oft schon im Herbst für das nächste Jahr. Ich kann natürlich nicht sagen ob das dann nicht doch wunderbar klappt - nötig erscheint es mir jedenfalls nicht zu sein. Das liegt daran das M-V nicht die "Expedition" oder der selten begangene "Geheimtipp" ist wie man vielleicht denkt. Ich dachte jedenfalls ein bisschen so ;-)

Stattdessen ist es eine Tour auf der pro Jahr viele Hundert Leute unterwegs sind. Ich würde über 500 schätzen , und vielleicht 100-200 die bis Venedig durchgehen (und davon 10 die den Geocache machen was ja durch die Logs gut zählbar ist). Das es darüber mehrere Wanderführer gibt kommt ja nicht von ungefähr. Dazu kommen noch weitere bekannte Wanderungen die sich Teilstücke mit dem Traumpfad teilen. D.h. es gehen am Tag so 3-30 Leute die gleiche Etappe wie man selbst. Alles natürlich nur aus meiner Beobachtung geschätzt und von Saison-Randzeiten mal abgesehen.

Da kann man sich unterwegs eigentlich immer für eine schwierige Stelle, oder viele, oder schließlich auch alle Etappen zusammentun. Und das ist auch der Hauptgrund warum ich denke das es besser ist sich erst unterwegs zusammenzuschliessen: man kann man unterwegs ja viel besser beurteilen ob mal lauftechnisch, konditionsmäßig, und nicht zuletzt menschlich zueinander passt.

Man sollte meiner Meinung jedenfalls immer so planen das man auch alleine zurecht kommt, schließlich kann es immer mal passieren das lange eingeplante Mitwanderer aus diversen Gründen eine Tour abbrechen oder gar nicht erst antreten.

Reisebericht/Erfahrungen 2017

K2 @, Sonntag, 31. Dezember 2017, 16:17 (vor 175 Tagen) @ nahundfern

Hallo nahundfern.

Nun scheint das M-V-Projekt für Dich also samt Nachbereitung noch in 2017 abgeschlossen (ich kenne ja Leute, da ist die (Vortrags-)Deadline erst der 23.02.2018 für das Sommer-2017-Projekt ;-) ).

Vielen Dank für das Teilen Deines persönlichen Fazits (dürfte vielen künftigen Aspiranten hilfreich sein), die ausführlichen (spoilerfreien) Berichte und die tollen Fotos !

Schöne Grüße, guten Rutsch und vielleicht auch noch viel Spaß bei künftigen Touren - wenn es auf Basis der Erlebnisse nicht bei einer bleibt,
K2.

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