Kann ich denn Weg auch mit meinem Hund gehen?

Stefka_, Sonntag, 23. April 2017, 17:12 (vor 63 Tagen) @ Andreas wölfler

Ich bin letztes Jahr ab Mitte Juli mit meiner Terrier Dame von München bis zur Piaveebene (Refrontolo) gelaufen und von dort mit den öffentlichen weiter bis Venedig. Bis auf drei bis vier Hütten, konnte ich in allen mit meinem Hund problemlos unterkommen. Ich habe allerdings ein paar Wochen vorher alle Hütten angeschrieben (mit Angaben zum Hund) und bereits vorgebucht. Da die meisten Hütten nur 1 Hund auf der Hütte akzeptieren, würde ich daher auch die Vorbuchung empfehlen, v.a. in den bayerischen Alpen, da hatten um die Zeit selbst Mitwanderer ohne Hund Probleme... Ich war meistens allein mit Hund in Winterlagern, manchmal etwas abseits, kalt etc., aber dafür ohne Schnarcher. ;-) 3x musste mein Hund allein im Gastraum übernachten. Bitte haltet euch daran, dass der Hund nicht im Bett mit schläft, damit noch andere Hundebesitzer nach euch ihren Hund mit in die Hütten nehmen können!
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Zum Hund
Ich würde die Tour nur mit einem Hund machen, der gut erzogen und freundlich ist, allein im Zimmer oder im Gastraum bleiben kann und der mit anderen Hunden verträglich ist, in manchen Hütten gibt es auch einen Hüttenhund. Habe nach Ankunft am Etappenziel den Hund meistens allein im Zimmer gelassen und nicht mehr mit zum Essen in den quirligen Gastraum genommen etc., damit er zur Ruhe kommt und Kräfte sammeln kann. Denke das ist wichtig, damit der Hund die gesamte Tour gut übersteht, denn schließlich schlafen die meisten Hunde naturgemäß ja die meiste Zeit des Tages und sind nicht auf so eine Dauerbelastung wie der Mensch ausgelegt. ;-) Meine Maus ist zumindest immer gleich weggepennt. ;-)
Außerdem sollte der Hund natürlich konditionell fit sein. Mein Terrier hat die Strecke problemlos gemeistert und hatte kein Problem mit Pfoten aufgrund von Geröll, bei schwereren Hunden denke ich könnte das schon ein Problem sein. bei höheren Temperaturen sollte man bedenken, dass da mancher Hund nicht so gut damit klar kommt und man daher die Etappen ggf. kürzen muss.
Zur Streckenplanung
Ich bin der Meinung, dass wenn man so einen Weg zusammen mit seinem Vierbeiner macht, es auch dem Hund „Spass machen“ sollte. Es kam für mich daher z.B. nicht in Frage, meinen Hund draußen vor der Hütte unter einem Holzstapel (Pian de Fontana) schlafen zu lassen, auch hätte ich meinem Hund nicht zugemutet, bei 30 Grad an der Straße die Piaveebene entlang zu laufen (abgesehen davon, dass ich das selbst nicht wollte ;-)) Aber das muss natürlich jeder selbst wissen.

Die Birkarrspitze und Friesenbergscharte konnten wir aufgrund schlechter Wetterverhältnissen nicht gehen, bin im nachhinein aber auch froh dass ich es nicht gemacht. Habe. Denn auch wenn ich es mir selbst zugetraut hätte, wäre es glaub ich nicht ganz ungefährlich gewesen, sich selbst konzentrieren zu müssen und gleichzeitig zu schaun, dass der Hund nicht abstürzt. Hätte mir nie verziehen, wenn dem Hund was zugestoßen wäre.. Würde ich nur machen, wenn man selbst absolut sicher auf solchen hochalpinen Wegen ist und zusätzlich auf seinen Hund achtgeben kann

Da einige Hütten wie gesagt keine Hunde akzeptieren, solltet ihr euch teilweise auf andere Etappen wie im Buch vorgegeben, einstellen. Auf der italienischen Seite musste ich z.B. eine Etappe in zwei aufteilen, damit ich übernachten konnte. Das Karwendelhaus bin ich über Scharnitz umgangen (den Anfang getrampt, da ansonsten zu lang, glaub das waren insgesamt fast 40km von Vorderriss). Die Friesenbergscharte sind wir vom Tuxer Joch Haus über die Alpeiner Scharte zur Geraer Hütte umgangen, ein ebenso anspruchsvoller, hochalpiner wie fantastischer Weg und mit Hund gut machbar! Die Geraer Hütte war mitunter eine der schönsten Hütten auf der ganzen Wanderung!
Ich hatte außerdem 3 Pausentage dazwischen, was glaub ich auch ganz gut für Hund und Mensch war, würde ich wieder so machen.

Venedig mit Hund
In den öffentlichen Verkehrsmitteln und in Venedig brauchte ich keinen Maulkorb, aber das lag wohl daran, dass mein Hund so klein ist. Bei größeren Hunden auf jeden Fall einen mitnehmen und vorher daran gewöhnen und auch bei kleinen sicherheitshalber. In Venedig gibt’s übrigens viele „einheimische“ Hunde, was mich ziemlich überrascht hat und die Venezianer sind generell sehr hundelieb. Am besten nicht Mitten im Zentrum bei den ganzen Touristenmassen übernachten ;-) Wir waren im Hostel auf der Insel Gianluca – inkl. genialer Dachterasse mit Blick über Venedig!. Tipp: Am Lido die Venezia, einem schönen und sauberen Strand, darf man ein paar Meter neben dem Hauptstrand, seinen Vierbeiner mitnehmen. Trotz August, war hier relativ wenig los, anders wie auf der gegenüberliegenden Seite (Jesolo etc.)


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