Traumpfad August September.Anfängerin

Mario @, Mittwoch, 12. Juni 2019, 17:14 (vor 125 Tagen) @ Desdemona

Hallo Desdemona,

dem würde ich mich spontan anschließen. Zum Warum fallen mir zahlreiche Gründe ein. Manches mag vlt. etwas barsch klingen, dafür entschuldige ich mich schon einmal...

Erstmal solltest du z.B. auf der zu diesem Forum gehörenden Webseite die Punkte Vorbereitung und Alpine Gefahren lesen.

Weiterhin gibt es vom DAV eine sogenannte Bergwandercard, die einem helfen soll, die eigenen Touren entsprechend der eigenen Fähigkeiten zu klären. Ich würde mal frech behaupten, dass du die einige Fragen nicht einmal verstehst und wahrscheinlich kaum eine beantworten kannst. Entsprechend dürftest du nur blaue Wege gehen...

Allein sich auf die Informationen der Wirte zu verlassen, wie unten angesprochen, kann schnell ins Auge gehen. Z.B. der Wirt im Tuxer Joch Haus ist so hilfsbereit und auskunftsfreudig wie ein Topf saure Milch. Und dann sitzt du im Gastraum und hast so viele Meinungen, wie Leute dort sitzen. Wie willst du einschätzen, welche davon vernünftig sind und welche nicht? Auf Mitwanderer, die du vorher noch nie gesehen hast, solltest du dich auf keinen Fall verlassen. Das beste Beispiel hatte ich 2017 bei meiner 2. M-V Tour: Wir trafen immer mal ein Grüppchen von 6 Leuten, die sich hier übers Forum verabredet hatten, gemeinsam zu starten. Auf der Lizumer Hütte trennten sich dann unsere Wege. Denn am Vorabend kam die Warnung vom Wirt, keinesfalls zu gehen, da den ganzen Tag vor Gewittern gewarnt wurde. Wir haben also einen Ruhetag eingelegt, die 6 kamen jedoch mit dem Wirt nicht zurecht und wollten unbedingt weiter gehen. Davon hielt sie auch das Donnergrollen um 8 Uhr morgens nicht ab. Einige Stunden später kam einer junge Frau von dieser Gruppe zurück. Sie konnte aufgrund massiver Schmerzen im Knie nicht mehr mit den anderen mithalten und musste umkehren. Gerade in solch einem Zustand und bei solchen Bedingungen ist die Gefahr, einfach mal umzuknicken oder wegzurutschen natürlich noch deutlich höher als normal. Wäre der guten das passiert, hätten wir sie am nächsten Morgen steif gefroren am Wegesrand gefunden. Derartiges Verhalten kenne ich eigentlich nur von "Profibergsteigern" im Himalaya. Eine Gruppe einigermaßen erfahrener befreundeter Bergwanderer, die also zum Vergnügen unterwegs sind, und später gern zu ihren Familien zurückkehren wollen, würde NIEMALS bei derartigen Bedingungen jemanden verletzten allein zurücklassen.

Nun stell dir vor, du bist an eine solche Gruppe geraten, hast dich überzeugen lassen, mit über die Friesenbergscharte zu gehen. Dann stehst du plötzlich muttersehlenallein an der Scharte, und um dich herum fängt es an zu gewittern...

Und wie du schriebst, einfach aussteigen, ist manchmal nicht so leicht. Ich traf mal jemanden, der eine Woche auf der Mindelheimer Hütte fest saß. Die Bedingungen waren zwar schlecht aber alles war noch gut "gehbar". Trotzdem traute sich der gute keinen der Abstiege zu und ließ sich letztlich nach einer Woche ausfliegen, dann natürlich auf eigene Kosten... (die Sennerin der Engbergalm hat uns mal erklärt, dass die Hubschrauberminute 32€ kostet (2010)).

Mal dreist gefragt: wie willst du dich vorbereiten, wenn du nicht die Zeit hast, mal vorher ein Wochenende in die Berge zu fahren?

Mein Rat, nimm dir die Zeit, dich ordentlich vorzubereiten, sonst wird aus dieser wunderschönen Tour ganz schnell eine Tortur. Der Berg verzeiht nicht und hat immer Recht ;-)
Mach dieses Jahr erstmal eine geführte Wochenendtour mit dem DAV und wenn du gern eine Fernwanderung machen möchtest, such dir erstmal was im Mittelgebirge, da sind die Gefahren deutlich besser zu handhaben. Da könnte sich dir z.B. den E3 ab der Sächsischen Schweiz und weiter gen Osten empfehlen, weiter durchs Riesengebirge und verschiedenste Karpatenzüge theoretisch bis ans schwarze Meer.

Viele Grüße
Mario


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